Sieben Gründe, nicht zu meditieren

Wer regelmäßig meditiert, stärkt sein Immunsystem, unterstützt seinen Kreislauf, fördert die Durchblutung, senkt den Cholesterinspiegel, schläft besser und lebt insgesamt länger und gesünder als nicht-Meditierende. Darüber hinaus fördert regelmäßiges Meditieren den Abbau von Stress und schärft die Intuition. Menschen, die meditieren, sind gelassener und haben eine höhere Resilienz gegenüber ihren nicht-meditierenden Mitmenschen. Und das sind nur einige der vielen Gründe, die eigentlich dazu führen müssten, dass in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit so gut wie jeder regelmäßig meditiert. Und dennoch fühlen sich viele Menschen bei dem Gedanken an Meditation regelrecht eingeschüchtert. „Ich würde auch gerne meditieren, aber ich trau mich da nicht ran!“, höre ich immer wieder.
Die verschiedenen Mythen, die sich um das Thema Meditation ranken, halten viele Menschen davon ab, es überhaupt zu probieren, und diejenigen, die es versuchen, lassen sich oft durch einen vermeintlich ausbleibenden Erfolg direkt wieder entmutigen.
Deshalb möchte ich heute mit den 7 Mythen aufräumen, die sich hartnäckig halten und den Menschen als Gründe dienen, warum sie nicht meditieren:

1. „Das ist nichts für mich! Meditieren ist mir zu schwer!“

Viele denken beim Thema Meditation sofort an Buddhistische Mönche, die stunden- oder tagelang am Stück meditieren, und ich gebe zu – dieser Gedanke schüchtert ein! Es gibt viele verschiedene Meditationstechniken, die man erlernen kann, aber Einsteigern empfehle ich, die Meditation zunächst einfach als Momente der Stille zu betrachten. Einfach nur für 5-10 Minuten in die Stille zu gehen und den Atem zu beobachten ist bereits eine sehr wirksame Form der Meditation. Wer möchte, kann beim Ein- und Ausatmen innerlich ein Mantra wiederholen. Am Anfang kann es relativ schwer fallen, sich auf den Atem oder ein Mantra zu konzentrieren, da die Aufmerksamkeit immer wieder abdriftet in irgendwelche Gedanken. Das macht aber gar nichts. Sobald man das bemerkt, bringt man die Aufmerksamkeit einfach sanft zurück zum Atem oder zum Mantra. Kinderleicht – erfordert einfach nur Übung.

Wahrheit: Still sitzen und seinen Atem beobachten ist nicht schwer. Jedes Kind kann meditieren!

2. „Ich kann meine Gedanken nicht abschalten.“

Der Mythos, dass das Ziel der Meditation ist, die Gedanken abzuschalten, hält sich hartnäckig und die meisten Menschen glauben, sie können nicht meditieren, weil es ihnen (natürlich) nicht gelingt. Wer diesen Mythos glaubt, setzt sich nicht nur unnötig unter Druck, sondern wird zwangsläufig „versagen“, weil wir die Gedanken nicht komplett abschalten können. Aber wir können uns unserer Gedanken bewusst werden und damit zu einer Art Beobachter der eigenen Gedanken werden, der unabhängig von den Gedanken existiert: Die Gedanken einfach beobachten, wie sie kommen und gehen, und sie vorbei ziehen lassen wie Wolken am Himmel, ohne sie aufzugreifen. Wenn wir das lernen, dann nehmen wir immer öfter auch den gedankenfreien Moment zwischen den einzelnen Gedanken wahr, diesen kurzen Moment purer Stille und puren Friedens. Es ist also völlig ok, wenn Du während der Meditation Gedanken bemerkst. Beobachte sie einfach und bringe Deine Aufmerksamkeit zurück zum Atem oder Mantra. Schnell wirst Du bemerken, dass Du nicht Deine Gedanken bist, und je weniger Du Dich mit ihnen identifizierst, umso mehr inneren Frieden wirst Du erfahren.

Wahrheit: Es ist nicht das Ziel der Meditation, die Gedanken abzuschalten!

3. „Meditieren ist mir zu zeitaufwendig – soviel Zeit habe ich nicht!“

Bereits 5 Minuten, in denen Du Deinen Atem beobachtest, bringen Dich zur Ruhe und erzeugen eine innere Gelassenheit, die vorher nicht da war. Es müssen am Anfang nicht direkt 20 Minuten sein, wenn Dir das zu lang ist. Wenn Du Dich quälen musst, um es auszuhalten, wirst Du schnell die Lust verlieren und aufhören. Du kannst übrigens auch Momente in Deinem Alltag nutzen, um kurz zu meditieren und Dich daran zu gewöhnen. Ich mache das zum Beispiel wenn ich irgendwo warten muss. Statt mich zu ärgern, dass ich in der Schlange stehe, gehe ich in mich und beobachte meinen Atem. Das entspannt sofort! Geh es spielerisch an und betrachte es nicht als Pflicht! Wenn Du regelmäßig kurze Momente der Meditation in Deinen Alltag einbaust, wirst Du ganz von selbst die Zeit für längere Meditationsphasen finden.

Wahrheit: Meditieren muss nicht zeitaufwendig sein.

4. „Ich kann nicht lange im Schneidersitz sitzen!“

Du kannst in jeder beliebigen Position meditieren, solange es bequem ist. Es gibt bestimmte Körperhaltungen, bei denen die Energie besser fließen soll, als in anderen. Aber es geht ja zunächst darum, sich an das Meditieren zu gewöhnen, deshalb empfehle ich, es Dir einfach bequem zu machen. Wenn Du im Liegen schnell einschläfst, dann bleib besser sitzen, denn wenn Du einmal eingeschlafen bist, meditierst Du nicht mehr. Du kannst übrigens auch im Gehen oder bei anderen Aktivitäten meditieren. „Achtsames Gehen“ oder „achtsames Essen“ sind Formen der Meditation, bei denen unsere ganze Aufmerksamkeit bei dem ist, was wir gerade tun. So gesehen kann Dein ganzes Leben zu einer Art Meditation werden – was für ein schöner Gedanke!

Wahrheit: Man kann in jeder beliebigen Position meditieren.

5. „Um erfolgreich zu meditieren braucht man jahrelange Übung.“

Jeder, der sich still hinsetzen kann und für eine Weile seinen Atem beobachten kann, kann meditieren. Wie bei allen Dingen gilt auch hier: Übung macht den Meister. Aber die meisten Menschen, die diese bewussten Momente der Stille in ihren Tagesablauf einbauen, bemerken schnell, dass es ihnen gut tut. Und wieder – wie bei allen Dingen: Wir müssen es nur TUN!

Wahrheit: Jeder kann meditieren. Es braucht keine jahrelange Übung.

6. „Meditation ist nur was für religiöse oder spirituelle Menschen.“

Während die Meditation Bestandteil vieler Religionen und spiritueller Praktiken ist, ist kein spiritueller oder religiöser Glaube Voraussetzung, um erfolgreich zu meditieren. Jeder kann durch die Meditation jenseits des dauernden Gedankenflusses in die Stille des Bewusstseins eintauchen, und dadurch nicht nur mehr innere Gelassenheit erfahren, sondern ganz nebenbei auch noch seine Gesundheit positiv beeinflussen.

Wahrheit: Zum Meditieren ist kein spezieller Glaube erforderlich.

7. „Statt zu meditieren kann ich mich auch einfach anders entspannen.“

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass während der Meditation eine Reihe von chemischen Veränderungen im Gehirn stattfinden, die sich positiv auf den Organismus auswirken. Unter anderem wird im meditativen Zustand körpereigenes Morphium frei gesetzt, das Atemfrequenz und Blutdruck senkt. Dies tritt während regulärer Entspannung nicht auf. Auch die Gehirnwellenaktivität verändert sich und trägt zu einer positiven Grundstimmung bei.

Wahrheit: Die positiven Auswirkungen der Meditation auf den gesamten Organismus sind wissenschaftlich belegt. Reguläre Entspannungsmethoden haben nicht denselben Effekt.

Welche guten Gründe gibt es also, die weiterhin dafür sprechen, nicht zu meditieren? Fang doch einfach an. Gleich heute.
Gastautorin Pam Bensien
Life-Coach
www.pambensien.com
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •