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Ayurveda

Ayurveda (Sanskrit, „Wissen vom Leben“) ist eine komplexe und doch in ihren Grundsätzen leicht verständliche traditionelle indische Heilkunde auf der Basis einer ganzheitlichen und universellen Philosophie. Die einzelnen Wissenszweige beruhen auf einigen grundlegenden Aspekten der Wahrnehmung und Betrachtung des Menschen als individuelle Einheit von Körper, Seele und Geist.
Unter Gesundheit versteht der Ayurveda mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Der ayurvedische Ausdruck für einen gesunden Zustand ist svastha, was soviel heisst wie „im Selbst verweilen“.
Solange wir in Kontakt mit unserem wahren Selbst, unserer innersten Natur (Prakriti) sind, befinden wir uns in einem ausgeglichenen und kraftvollen Zustand auf allen Ebenen unserer Persönlichkeit. Die eigene Natur zu erkennen und zu leben ist die Voraussetzung und das Ziel für ein langes, gesundes und erfülltes Leben.
Gemäss ayurvedischer Definition gibt es verschiedene Voraussetzungen für Gesundheit:
  • Ausgeglichenheit der funktionellen Prinzipien im Körper (dosas)
  • Normalzustand von Geweben (dhatus),
  • Ausscheidungen (malas) und Stoffwechselvorgängen (agni)
  • Normale Sinnes- und Motorikfunktionen
  • Klarheit und Wohlbefinden des Geistes
  • „Glückliche Seele“ (Zustand absoluter Freude, unbeeinflusst von Erfolg und Misserfolg)
Krankheiten werden im Ayurveda als Disharmonie des inneren Gleichgewichts definiert. Sie beginnen immer dann, wenn unser natürlicher Gesundheitszustand (Prakriti) mit einem krankmachenden Faktor in Berührung kommt und wir dadurch im Gleichgewicht gestört werden. Die Konstitution verändert sich (Vikriti) und wir leiden unter den daraus entstehenden Krankheiten physischer wie psychischer Natur.
Krankmachende Faktoren sind:
  • Exzessiver, zu geringer oder unpassender Gebrauch der Sinne und entsprechende Handlungen
  • Falsche Ernährung ungesunde Arbeitsbedingungen und Lebensgewohnheiten
  • Übermässige Stressbelastung
  • Abnorme Ausprägung der Jahreszeiten
All diese Faktoren stellen ab einem gewissen Maß eine Überforderung für den Organismus dar, was unweigerlich zu einer Störung der strukturellen und funktionellen Anteile im Körper führt.
Im Anfangsstadium lassen sich die Störungen mit einfachen Maßnahmen wieder ausgleichen und beheben, da die Dhatus, Malas und Srotas noch nicht geschädigt wurden. Haben sich die Erkrankungen im Körper manifestiert, sind weiterführende therapeutische Massnahmen notwendig.
Quelle: Verband Europäischer Ayurveda-Mediziner & -Therapeuten e.V.