Das Herz öffnen: Warum sich Tierkommunikation so oder so lohnt

Dass eine enge Beziehung zu Haustieren wie Hunden und Katzen den Menschen nicht nur körperlich gut tun (alleine Gassi gehen bringt Menschen in Bewegung), sondern auch positive Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit hat, ist längst von Experten bewiesen, wie z.B. im Mars Heimtier-Studie 2013 von der Initiative Zukunft Heimtier. In belastenden Situationen kann die bedingungslose liebevolle Begleitung der Haustiere für Menschen enorm stärkend sein.
So weit, so gut, denn diese Effekte sind wissenschaftlich belegt. Die Tierkommunikation geht nun aber einen Schritt weiter und nimmt eine graue Zone ein: Menschen sollen mit Tieren gedanklich kommunizieren können. Auch kilometerweit entfernt. Sogar nach dem Tod.
An Tierkommunikation möchte ich glauben, ich kann es aber noch nicht wirklich. In habe zur Tierkommunikation recherchiert und auch einiges probiert, allerdings bin ich auch nicht lange am Ball geblieben. In diesem Beitrag möchte ich über meine Eindrücke als Laie berichten, meine ersten Erfahrungen darstellen.
Und schon mal eine erste gute Nachricht, die alle Tierkommunikatoren vermitteln: Alle Menschen sollen das können, die Fähigkeit zur telepathischen Kommunikation in sich tragen, nicht nur ein paar Privilegierte oder Übermenschen.

Was soll man unter Tierkommunikation verstehen?

Tierkommunikation ist die Fähigkeit, Tiere telepathisch zu verstehen und mit ihnen auch telepathisch zu sprechen, und zwar mit der Übertragung von Gedanken, Bildern und Empfindungen.

Wozu dient die Tierkommunikation?

Tierkommunikation kann man lernen, um einfach mit seinen eigenen Tieren zu kommunizieren und besser zu verstehen, oder auch um beruflich Tierkommunikator zu werden und mit eigenen und fremden Tieren zu kommunizieren, in der Regel mit dem Ziel, ein Verhaltensproblem des Tieres zu lösen (oder hat das Problem der Halter? Das Thema der Spiegelung durch andere, gerade in engen Beziehungen, ist hier präsent) oder Unausgesprochenes, welches zur Belastung geworden ist, zu klären (z.B. Schuldgefühle nach dem Tod eines Haustieres. Hier setzt man also Spiritualität und sogar Esoterik voraus) oder auch um Tiere zu erreichen, die in der Vergangenheit traumatisiert wurden und/oder in der Gegenwart in irgendeiner Weise leiden.

Wie funktioniert Tierkommunikation?

Man konzentriert sich emotional und gedanklich auf ein Tier (oder auch mehrere, meinen einige Tierkommunikatoren) und überträgt ihm gedanklich Bilder, Gedanken oder Empfindungen und ist gleichzeitig offen dafür, vom Tier selbst Bilder, Gedanken und Empfindungen gedanklich zu empfangen. Dafür ist es ratsam, zur Ruhe gekommen zu sein, z.B. über eine einleitende Meditation, und sich an einem Ort zu befinden, an dem man ungestört ist und damit nicht abgelenkt werden kann.

Drei gemeinsame Thesen von Tierkommunikatoren

  • Die Liebe, das Wohlwollen und der Respekt zu den Tieren fördern die telepathische Kommunikation mit ihnen, in der Regel ermöglichen sie überhaupt die Kontaktzulassung seitens der Tiere.
  • Zeit und Raum spielen keine Rolle, d.h. man kann mit einem Tier, welches nicht vor einem steht, kommunizieren. Auch mit verstorbenen Tieren kann man kommunizieren (Glaube auf die Seelenwanderung und die Reinkarnation, in dem Fall ist der Bezug zur Spiritualität/Esoterik eindeutig), denn bei der telepathischen Tierkommunikation handelt es sich um eine Herzenskommunikation zwischen Seelen. Um den Kontakt aufzunehmen benötigt man ein klares Bild vom Tier oder ein paar Informationen vom Halter wie den Namen des Tieres und das Alter.
  • Jedes einzelne Tier ist ein Individuum mit einer eigenen Persönlichkeit. Die Menschen sind nicht den Tieren überlegen, nur die Fähigkeiten der verschiedenen Arten sind anders. Genauso wie die Menschen haben Tiere eine Seele und sind Teil der Schöpfung.

Drei Meinungsunterschiede von Tierkommunikatoren

  • Wörter von den Tieren kann man telepathisch empfangen, die Stimme des Tieres „hören“, seinen Redestil. Für die Gegner dieser These sind diese Stimmen der Verstand und/oder die Phantasie des Tierkommunikators.
  • Einige Tierkommunikatoren meinen, es sei Tierquälerei, wenn mehrere Personen in einem Kurs mit ein und demselben Tier gleichzeitig üben, denn das könne sehr anstrengend für das Tier sein und unschöne Konsequenzen haben.
  • Auch wenn alle generell sagen, Tiere seien bei den telepathischen Gesprächen nicht wütend oder nachtragend, sie würden sich also von den menschlichen Emotionen nicht so treiben lassen wie Menschen, meinen einige Tierkommunikatoren, Menschen sollten auf den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten verzichten.

Konkretes von einzelnen Tierkommunikatoren: Zum Nachdenken (oder zum Zweifeln)

Penelope Smith: Die Tiere stellen sich als Hilfsmittel den Menschen zur Verfügung, auch als Nahrung für die Menschen.
Gudrun Weerasinghe: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Tierflüsterer und einem Tierkommunikator, denn der erste ist bereit, das Tier zu manipulieren, um die Ergebnisse seines Mandanten zu erzielen, während der zweite nur mit dem Tier sprechen und eventuell mit ihm verhandeln möchte, aber es nie zu etwas zwingen will, was gegen den Willen des Tieres ist. Und: Kaum ein Pferd möchte geritten werden, es macht ihm natürlich keinen Spaß, eine Last auf sich zu tragen.
Beate Seebauer: Die Tierkommunikation öffnet den Weg zu den Herzen der Menschen, es lässt sie fühlen, was positive Konsequenzen für den Umgang mit anderen hat, egal ob Menschen oder Tieren.
Andrea Frankrone: Die Tierkommunikation soll zum Nachdenken animieren, wie wir Menschen Tiere überhaupt behandeln.
Marta Williams: Alleine der Begriff Tierbesitzer suggeriert Macht und damit Gewalt: Sie zieht es deshalb lieber vor, von den Menschen der Tiere zu sprechen.
Catherin Seib und Gudrun Weerasinghe: Der Kontakt zum Tier muss einen ehrlichen und wohlwollenden Zweck haben. Wenn ein Mensch einem Tier nicht helfen kann oder will, soll er das Gespräch nicht mit ihm suchen, denn das würde Hoffnungen beim Tier erwecken, die nicht erfüllt werden können.
Catherin Seib: Bei Gesprächen mit toten (Tieren) soll man aufpassen, es sind etwas andere Gespräche, Gespräche für Fortgeschrittene.

Ist eine telepathische Kommunikation mit den Tieren wirklich möglich?

Ich habe noch nie telepathisch kommuniziert, nicht mit Tieren, auch nicht mit Menschen, jedenfalls nicht dass ich wüsste. Ich bin ein Produkt meiner Zeit und neige zum Skeptizismus. Auch gewisse Erfahrungen im Leben haben mir beigebracht, dass es viele Interessen gibt und deshalb auch viele Geschichten und auch Manipulation. Selbst zu denken ist ratsam –und selbst zu erfahren.
Seit 2013 habe ich ein Seminar zur Tierkommunikation besucht, 2 Vorträge, mehrere Bücher gelesen und auch ein paar Hörbücher gehört. Einige Bilder beim Seminar konnte ich empfangen, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie von den Tieren waren oder aus meiner Phantasie. Die Bilder und Gedanken zu meinem Tier passten gut zum Tier und zur Situation, man kann mich aber leicht lesen und ich war traurig zu dem Zeitpunkt. Anderseits habe ich seit einer Begegnung mit einem Hund im Sommer gelernt, mein Herz bewusst zu fühlen. Mit diesem einen fremden Hund habe ich, nachdem ich meine Ängste überwinden konnte und mich darauf einlassen konnte, anders kommuniziert, intuitiver, und eine für mich sehr bewegende und gleichzeitig beruhigende Erfahrung gemacht.
Ich lese weiterhin Artikel und Bücher zur Tierkommunikation, und habe angefangen, zielführende Meditationen zu machen. Ich kann wie gesagt nicht behaupten, ich habe mit Tieren telepathisch kommuniziert. Denn das ist übrigens das Hauptproblem der Methode: Unterscheiden zu können, was vom Tier und was vom eigenen Unterbewusstsein kommt. Tierkommunikatoren empfehlen deshalb beim Erlernen der Tierkommunikation die Informationen, die man von fremden Tieren erhalten hat, im Gespräch mit den Haltern der entsprechenden Tiere zu überprüfen.

Neugierig? Verlieren kann man nichts

Ich bin ein großer Fan von Autodidaktik, die gleichzeitig eine Art Selbsterfahrung ist. Gerade in Zeiten des Internets können wir viel Information bekommen, indem wir einfach suchen. Deshalb, auch wenn der Besuch von einem oder mehreren Tierkommunikation-Seminaren sinnvoll sein kann (genauso wie beim Erlernen einer Fremdsprache), empfehle ich Neugierigen zuerst die Lektüre eines kurzen Buches mit ersten klaren, zusammenfassenden Informationen, wie
Sprich mit deinen Tieren
Tierkommunikation –so einfach-
Man kann dann die Tierkommunikation erstmal alleine versuchen, mit eigenen Tieren oder Tieren von Freunden oder Bekannten. Warum erstmal alleine? Aus Kostengründen und vor allem weil es bei der Tierkommunikation hauptsächlich um die Verstärkung des (Selbst)Vertrauens geht: Man kann nie früh genug anfangen, sich auf seine eigene Intuition zu verlassen.
Je nach Interesse und finanziellen Möglichkeiten kann man sich dann ein kostenpflichtiges Seminar gönnen (z.B. in Deutschland bei Beate Seebauer, Catherin Seib, Yvonne Sebestyen oder Andrea Frankrone) oder einfach im Internet nach einer Gruppe suchen oder eine selbst gründen, in der sich Interessierte austauschen und unterstützen. Bücher für Fortgeschrittene gibt es auch: Von den Amerikanerinnen Marta Williams und Penelope Smith und von den deutschen Amelia Kinkade und Beate Seebauer.

Mein Fazit

Tierkommunikation lohnt sich, ob man daran glaubt oder nicht. Wenn man sich darauf einlässt und nicht gleich verurteilt oder von einem 100% wahren Tiergespräch besessen ist, in dem Fall wirkt die Tierkommunikation wenn nichts anderes wie eine Meditation: Als Beruhigungstechnik. Und zwar eine besonders schöne -gerade für Tierfreunde und Tierinteressierte.
Gastautorin Leticia Sigarrostegui García
Engagiert sich für die Rechte von Tieren
www.herzankopf.de
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